Presse
Der "Konsum" als eine Form genossenschaftlicher Selbsthilfe
Am 15. September gab es im Rostocker AWO-Club Südstadt eine Vortrags- und Diskussionsveranstaltung unter dem Titel "Die Konsumgenossenschaft ab 1871 in Rostock und Umgebung".In Fortsetzung der Vortragsreihe "Zeugnisse der Arbeiterbewegung und ihrer Kultur in Rostock" der Initiative "Volkshaus Rostock" erläuterte Herr Gerdt Puchta einleitend die historischen Gründe für die Entwicklung der Genossenschaftsbewegung im 19. Jahrhundert. Angeregt durch Rostocker Gewerkschafts-Vorstände gründete sich 1903 der "Konsumverein Rostock" ( KVR ) als Genossenschaft, der sich in den folgenden Jahrzehnten erfolgreich, mit ca. 8000 Mitgliedern, entwickelte. Unter der faschistischen Herrschaft ab 1933 erfolgte die Ausschaltung des KVR als Verbrauchergenossenschaft und schließlich seine Enteignung 1942. Mit besonderem Interesse wurden die anschaulichen Schilderungen des Referenden zur Neugründung und Entwicklung der Konsumgenossenschaften in der DDR verfolgt, die unter Einbeziehung seiner persönlichen Erfahrungen beim älteren Teil der Zuhörerschaft lebhafte Erinnerungen auslösten. Die anschließende Diskussion bestärkte die Teilnehmenden in der Erkenntnis, dass die mit der Arbeiterbewegung verbundenen Konsumgenossenschaften mit ihren Prinzipien der Selbsthilfe, demokratischer Selbstverwaltung und Förderung ihrer Mitglieder auch weiterhin eine förderungswürdige Form des Wirtschaftens sind.
Am 20.10. 2026, 17.30 Uhr, spricht im AWO-Club Südstadt, Südring 28b, Herr Florian Fordtran vom Kulturamt zum Thema: "Erinnerungskultur in Rostock und Höhepunkte in den kommenden Jahren".
Eine besondere Diskussionsveranstaltung findet am 24. September 2026, 19.00 Uhr im Peter-Weiss-Haus statt: "Volkshaus-Philharmonie: Ein Haus mit Geschichte - Ein Ort mit Zukunft". Dabei werden auch Ideen für das künftige Nutzungskonzept des Gebäudekomplexes des heutigen Volkstheaters erfragt und gesammelt.
Für die Initiative "Volkshaus Rostock"
Klaus Röber
Volkshaus-Philharmonie - Neues Volkshaus "Julius Asch"

Wir, die Mitglieder der Bürgerinitiative „Volkshaus Rostock", wollen die von unseren Urgroßeltern bezahlte Philharmonie, unser Volkshaus, erhalten und zu einem öffentlichen Begegnungszentrum ausgestalten.
Volkshaus? Ja, die meisten Rostocker waren schon mal dort.
Beim „Traumzauberbaum", „Don Giovanni" oder die Älteren vielleicht in „Lysistrata und die NATO". Das Volkstheater, zu dem das historische Gebäude im Patriotischen Weg 33 gehört, war von 1913 bis 1933 eines von insgesamt acht Volkshäusern in Mecklenburg-Vorpommern und eines von über 360 in Deutschland: „Ab Beginn der 1890er Jahre suchten die Arbeiterorganisationen nach einem eigenen Lokal; um 1912/ 13 kam das Angebot zum Kauf des Tanzlokals „Philharmonie"; am 26. Februar 1913 erfolgte die Gründung der Philharmonie GmbH; am 1. April 1913 Übernahme des Hauses durch die Gewerkschaften auf Initiative des Metallarbeiterverbands- und Kartellvorsitzenden Julius Asch und des SPD-Vorsitzenden Emil Werner; finanziert durch Gewerkschaften, Partei und Konsumverein."
(Anke Hofsten: Das Volkshaus der Arbeiterbewegung in Deutschland, Köln 2017).
Entwicklung zum politischen und kulturellen Zentrum der mecklenburgischen Arbeiterbewegung
Zeitzeugen zufolge handelte es sich beim Gewerkschaftshaus „Philharmonie" um eine der attraktivsten Lokalitäten Rostocks. Der große Saal galt als größter und schönster Saal in ganz Mecklenburg. Er hatte eine Länge von 25 und eine Breite von 16 Metern, war von Logen umgeben, besaß eine Bühne und eine an drei Seiten umlaufende Galerie (vgl. Jens Andrasch, Die Philharmonie — vom Lokal zum Theater). In ihm wirkte einst der Arbeiter- und Soldatenrat, der vollendete, was die Männer der 1848er Revolution begonnen hatten. Die Mitglieder des Rates befreiten von der Vormundschaft Kaiser Wilhelms II. und trugen zu demokratischen Veränderungen, zum 8-Stunden-Tag und zum Frauenwahlrecht bei. In dem Haus tagten die Streikleitungen, die wieder und wieder den sozialen Ausgleich erzwangen. Die Naturfreunde, die Gesangsvereine, die Laienspielgruppen, die Sozialistische Arbeiterjugend mit ihrer Losung „Beethoven gehört auch uns" - sie alle schufen dort eine neue Lebensweise, die Grundlage unseres heutigen Lebens wurde. Aber wer waren die Menschen, die diese Entwicklung anführten? Wer kennt noch Martin Erdbeer, Franz Starosson, Julius Asch, die die organisierten Arbeiter Rostocks und Mecklenburgs anführten im Kampf um verbesserte Lebensbedingungen? Damit diese Menschen im kollektiven Gedächtnis bleiben, brauchen wir unser Volkshaus, ein Haus voller Leben, in dem Jung und Alt ihren Interessen nachgehen und gleichzeitig erinnert wird: Freiheit, Demokratie und soziale Gerechtigkeit fallen nicht vom Himmel, sie wurden unter Opfern erzwungen und müssen ständig neu errungen werden.
Das Volkshaus als Theater-Standort
Von den Nazis 1933 besetzt und an einen Rostocker Gastwirt verkauft, wurde das Gebäude 1942 von der Stadt zurückerworben und zum Theater umgebaut. Das war notwendig, weil Deutschland kriegstüchtig und Rostock ein Rüstungsstandort war, den die Alliierten bombardierten — wobei auch das Rostocker Stadttheater zerstört wurde. So gab es also wieder Theateraufführungen im ehemaligen Gewerkschaftshaus „Philharmonie", dem Rostocker Volkshaus. Im August 1945 begann die neue Spielzeit in dem Gebäudekomplex, der seit 1952 den Namen „Volkstheater Rostock" trägt. Unter Leitung seines Intendanten, Hans Anselm Perten, entwickelte sich das VTR zu einer der bedeutendsten Bühnen der DDR. Nach 1990 führte die angespannte Haushaltslage der Stadt zunehmend zu Einspar-Forderungen, die den Erhalt des 4-SpartenTheaters mehrfach in Frage stellten. Schließlich fasste die Bürgerschaft 2018 und 2023 Beschlüsse für einen Theater-Neubau, da die Sanierung am bisherigen Standort teurer werden würde.
Pflege demokratischer Traditionen zur Stärkung der Demokratie heute
Doch nun ist dieses traditionsreiche Haus, einst mit Arbeitergroschen erworben, vom Abriss bedroht. Der erste Spatenstich für das neue Volkstheater weckte unsere Neugierde: Was wird aus dem ehemaligen Gewerkschaftshaus? Dazu schauten wir uns u.a. auch die Bürgerschaftsbeschlüsse an. Am 6.12.2023 beschloss die Rostocker Bürgerschaft, insgesamt achtzehn Grundstücke zur Mitfinanzierung des Theaterneubaus zu verkaufen, darunter das Grundstück des jetzigen Volkstheaters. Für diese Immobilie ist im Beschluss festgelegt: „Bei der Liegenschaft Nr. 15 [also dem jetzigen Theaterstandort, Patriotischer Weg 33] ist eine Konzeptvergabe durchzuführen. Hierbei ist auf der einen Seite eine adäquate Lösung für die angespannte Wohn- und Parkplatzsituation in der KTV zu finden, z.B. durch eine Quartiersgarage. Auf der anderen Seite muss auch in Zukunft sichergestellt sein, dass die kulturelle und geschichtliche Bedeutung des ehemaligen Gebäudes und seiner Umgebung als früheres Volkshaus Philharmonie und Wirkstätte der Arbeiterbewegung, sowie als ehemaliges Volkstheater erlebbar gemacht wird. Dies ist am ehesten möglich, wenn ein öffentlicher Zugang weitestgehend ermöglicht wird" (2023/BV/4698-29 (ÄA)). Mit unserem Anliegen haben wir uns bisher vergeblich an Stadtpolitiker und Landesparlamentarier gewandt. Durch die Zuerkennung eines Denkmalstatus für Teile des Areals durch das Landesamt für Kultur und Denkmalpflege erhielt auch unsere Initiative Aufmerksamkeit in den Medien. In der Einwohnerfragestunde der Bürgerschaftssitzung am 1. Juli 2026 schlugen wir vor, das Land zu bitten, den bisherigen Theaterstandort als Landeskulturerbe einzustufen und regten eine entsprechende Beschlussfassung durch die Bürgerschaft an. Stadtverwaltung und Bürgerschaft lehnten aber neue Beschlüsse zur Immobilie Patriotischer Weg 33 ab.
Trotz dieser für uns enttäuschenden Erfahrung wollen wir unser Vorhaben, am Standort ein neues „Volkshaus" zu etablieren, nicht aufgeben. Wir setzen unsere Vortrags-Reihe zur Geschichte der arbeitenden Menschen in Rostock fort, die wir mit Unterstützung der Arbeitsgemeinschaft Arbeit und Leben des DGB, des Volkshochschul-Verbandes, der Geschichtswerkstatt Rostock e.V. und der Rosa-Luxemburg-Stiftung M-V durchführen konnten. Wir werden uns weiterhin um Mitarbeit bei der Erstellung des Konzeptes für die Vergabe bemühen.
Für den Kulturstandort und das künftige Kreativ-Quartier zwischen Patriotischem Weg und Doberaner Straße wünscht sich der KTV-Ortsverein der SPD dort eine Kindertagesstätte, Angebote für Senioren und Jugendliche, Klubräume für Vereine und erschwingliche Räume für Familienfeiern. Der Verein „Warnow Valley" hat Interesse an 3.000 m2 Atelier- und Werkstattfläche. Der große Saal muss natürlich zu Mehrzweckraum zurückgebaut werden, um kulturelle, sportliche und politische Veranstaltungen zu ermöglichen. Außerdem liegen uns viele Einzelvorschläge vor. Der Wandel des Stadtteils muss berücksichtigt werden, es braucht Angebote für Auszubildende und Studierende. Unser Konzept hat den Titel: Volkshaus „Julius Asch"- das Wohn- und Innovationshaus. Wir sind sicher, dass Arbeiterwohlfahrt, Arbeitersamariter, Naturfreunde, Falken und weitere Verbände erkennen: Das Volkshaus „Julius Asch" war und ist ihre politische Heimat. Wir rufen die Einwohner Rostocks auf: Setzen Sie sich mit uns dafür ein, mit der Ausgestaltung eines Wohn- und Innovationshauses „Julius Asch" eine traditionsreiche Stätte demokratischer Kultur zu erhalten.
Für weitere Informationen über die Initiative und ihre Angebote: www.stadtgestalten.org/initiative-volkshaus-rostock/
„Bürger-Euro für Bürgerbauten" - ein Credo, das einer langen Rostocker Tradition folgt
Die anschließende Diskussion verdeutlichte den Gemeinsinn der Rostocker Bürger bei der Finanzierung des 1858 eröffneten Gesellschaftshauses der Sozietät in der heutigen August-Bebel-Straße. Es war der Ausgangspunkt einer langen Tradition. Das zeigte sich beim Bau des 1895 eingeweihten Stadttheaters, der durch Spenden der Bürger ermöglicht wurde. Mit Spenden der organisierten Arbeiterschaft entstanden das Volkshaus und das Arbeiterstadion. Auch der spätere Bau des Ostseestadions, der Langen Straße oder des Überseehafens wurde vom Gemeinsinn der Rostocker getragen. Die Bürgerinitiative ,,Volkshaus Rostock" knüpft an dieser Traditionslinie an, um das mit der Arbeiterbewegung verbundene historische Gebäude im Patriotischen Weg 33, dem heutigen VTR, zu erhalten.
Am Mittwoch, dem 15. April, öffnete der AWO Club Südstadt seine Türen zur Vortragsveranstaltung über die Kibbuz-Bewegung zu Beginn des 20. Jahrhunderts.
Über diese Möglichkeit einer neuen Lebensweise sprach die Leiterin des Max-Samuel-Hauses, Frau Steffi Katschke. Sie setzte die von der Initiative ,,Volkshaus Rostock" organisierte Vortragsreihe fort, die unter dem Thema „Zeugnisse der Arbeiterbewegung und ihrer Kultur in Rostock" von der Geschichtswerkstatt Rostock e.V., der Arbeitsgemeinschaft Arbeit und Leben und der Rosa-Luxemburg-Stiftung M-V unterstützt wird.
Ausgehend von den Gründen für die Entwicklung der Kibbuz-ldee, die in Verbindung mit der jüdischen Jugendbewegung, sozialistischen Vorstellungen und Verfolgungserfahrung entstand, schilderte Frau Katschke anhand des Lebensweges des Rostocker Alfred Zuckermann den Alltag im Kibbuz, in dem Landwirtschaft auf der Grundlage von Gemeinschaftseigentum, Basisdemokratie und Gleichberechtigung der Mitglieder betrieben wurde. Im Dialog mit den Veranstaltungsteilnehmern wurde auch die in den letzten Jahrzehnten erfolgte weitgehende Anpassung an kapitalistische Strukturen deutlich. Mit Joseph Herzfeld und Julius Asch wurde in der Aussprache zugleich an zwei Persönlichkeiten erinnert, die, aus jüdischen Familien stammend, zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Rostock und Mecklenburg die Arbeiterbewegung unterstützten und für die Verbesserung der Lebensverhältnisse eintraten.
Am 20. Mai fand im Rostocker AWO Club Südstadt eine Vortrags- und Diskussionsveranstaltung zu ,,Rostocker Kleingärten - von den Anfängen bis 1933" statt. Im Rahmen der Vortragsreihe ,,Zeugnisse der Arbeiterbewegung und ihrer Kultur in Rostock" der Initiative ,,Volkshaus Rostock" erläuterte Michael Kretschmar vom Verband ,,Gartenfreunde e.V.", wie sich in Rostock die Kleingartenbewegung aus den Armengärten des 19. Jahrhunderts entwickelte und wichtige soziale Funktionen erfüllte. Anhand historischer Dokumente, unter anderem der Verbandszeitung „Der Kleingärtner" erhielt das Auditorium ein lebendiges Bild der Entwicklung, wobei auch die Bezüge zur Gegenwart nicht fehlten. Folgerichtig wurde in der anschließenden Diskussion auch die Geschichte der Kleingärten in den letzten Jahrzehnten gestreift, womit zugleich die aktuelle Bedeutung der Kleingärtner für die Pflege des Gemeinsinns verdeutlicht wurde.
Allen Rostockerinnen und Rostockern wird eine besondere Veranstaltung am 17.06.2026 um 17.30 Uhr im AWO-Club Südstadt, Südring 28 b, empfohlen,2 Jahre Initiative „Volkshaus Rostock“ - eine Bilanz". Dabei werden auch die Ideen für das künftige Nutzungskonzept des heutigen Volkstheaters Rostock erfragt und gesammelt.
Am 01.07. 2026 wird im AWO Club Südstadt Dr. Christoph Schmitt zur „Arbeiterliedforschung aus volkskundlicher Sicht" sprechen.
Für die Initiative » Volkshaus Rostock"
Klaus Röber

Bürger-Euro für Bürgerbauten“ – ein Motto für unsere Zeit
Am 18. Februar wurde die Vortragsreihe ,,Zeugnisse der Arbeiterbewegung und ihrer Kultur in Rostock" mit Dr. Eckart Schörle als Referenten fortgesetzt. Sein Vortraglautete ,,Hus Uhlenflucht - Wanderquartier der Rostocker Naturfreunde 1921 -1933". Im vollbesetzten Veranstaltungsraum des AWO-Clubs Südstadt eröffnete sich der Blick auf ein Kapitel der Geschichte, das
1933 durch die Nazi-Herrschaft gewaltsam beendet wurde und Über das im wahrsten Sinne des Wortes Gras zu wachsen droht. Der Vortrag veranschaulichte die Leidenschaft und Hingabe, mit der die Naturfreunde nach ihrer Tagesarbeit und an den kurzen Wochenenden solidarisch für die Gemeinschaft wirkten. Auch bei der Errichtung des Wanderquartiers galt das Motto „Arbeitergroschen für Arbeiterbauten". Erinnert wurde dabei an den damaligen Leiter der Naturfreunde in Mecklenburg, Hans Bernitt. Zur Freude der Versammelten nahm an der Veranstaltung sein Enkel Norbert Bernitt teil. Er hatte Text und Notenmaterial eines Liedes bereitgestellt, das den Erbauern von Plus Uhlenflucht gewidmet war. Die dadurch ermöglichte und die Anwesenden überraschende Interpretation des Liedes wurde mit freundlichem Beifall quittiert.
ln der Aussprache stellte sich die Frage, was wir aus den übermittelten Erfahrungen für ein gemeinschaftliches Engagement in der Gegenwart übernehmen können. Kann eine Schlussfolgerung das Motto ,,Bürger-Euro für Bürgerbauten" sein? Zur Vertiefung dieses Gedankens eignet sich der nächste Vortrag in dieser Reihe mit dem Dipl. Museologen Ronald Piechulek über die bürgerliche Rostocker Gesellschaft ,,Societät" im 18. und 19. Jahrhundert, am 18. März, 17.30 Uhr im AWO Club Südstadt.
ln der Aussprache stellte sich die Frage, was wir aus den übermittelten Erfahrungen für ein gemeinschaftliches Engagement in der Gegenwart übernehmen können. Kann eine Schlussfolgerung das Motto ,,Bürger-Euro für Bürgerbauten" sein? Zur Vertiefung dieses Gedankens eignet sich der nächste Vortrag in dieser Reihe mit dem Dipl. Museologen Ronald Piechulek über die bürgerliche Rostocker Gesellschaft ,,Societät" im 18. und 19. Jahrhundert, am 18. März, 17.30 Uhr im AWO Club Südstadt.
Für die Initiative ,,Volkshaus Rostock"
Klaus Röber

Nächster Vortrag
Mit Dr. Eckard Schörle im AWO-Club
Mit Dr. Eckard Schörle im AWO-Club
Rostock/rb. Am 2l.Januar wurde im AWO-Club Südstadt eine Vortragsreihe zur Geschichte von Arbeitern, Handwerksgesellen und einfachen Angestellten Rostocks eröffnet. Die von der Initiative „Volkshaus Rostock« organisierte Reihe läuft m Kooperation mit der Geschichtswerkstatt Rostock e.V., der Arbeitsgemeinschaft Arbeit und Leben (DGB/VHS), der Rosa-Luxemburg-Stiftung MV und weiterer Organisationen bis Juli. In der Auftaktveranstaltung referierte Dr. Ingo Sens zum Thema „Gewerkschaftshaus Philharmonie“. Im Vortrag wurde längst Vergessenes in Erinnerung gerufen. Im größten und schönsten Saal Mecklenburg, der 1.200 Personen Platz bot, fanden Antikriegs-Kundgebungen und Wahlveranstaltungen statt, aber auch Stiftungsfeste der Arbeiterkulturvereine und klassische Konzerte. Der Kauf des Hauses und seine Unterhaltung war nur durch die bemerkenswerte Spendenbereitschaft der organisierten Arbeiterschaft und Sympathisanten möglich.
In der anschließenden Aussprache beantwortete Dr. Sens Fragen der Besucher. Einer der Teilnehmer sprach sich leidenschaftlich dafür aus, dass wir uns an der Selbstlosigkeit unserer Vorfahren ein Beispiel nehmen und den Spruch „Arbeitergroschen für Arbeiterbauten“ in „Bürger- Euro für Bürgerbauten“ umwandeln und danach handeln sollen. Eine nächste Gelegenheit, darüber zu sprechen, gibt es am 18. Februar, wenn Dr. Eckard Schörle darüber spricht, wie Rostocker Naturfreunde das Wanderquartier „Hus Uhlenflucht“ erbaut haben. Auch diese Vortragsveranstaltung findet im AWO-Club Südstadt (Berghotel), Südring 28b, 17.30 Uhr statt.
Volkshaus Rostock
Klaus Röber