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Presse - Volkshaus-Rostock - Initiative für Erhalt & Wiederbelebung

Volkshaus Rostock
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Presse
 
              
 
„Bürger-Euro für Bürgerbauten" - ein Credo, das einer langen Rostocker Tradition folgt
 
Zum 18.03. 2026 hatte die Bürgerinitiative ,,Volkshaus Rostock" im Rahmen ihrer Vortragsreihe ,,Zeugnisse der Arbeiterbewegung und ihrer Kultur in Rostock" zu einer weiteren Veranstaltung in den AWO Club Südstadt eingeladen. Diplom-Museologe Ronald Piechulek beleuchtete mit seinen Ausführungen die Geschichte der „Rostocker Sozietät" von 1794-1934, die nach der französischen Revolution von Rostocker Bürgern gegründet wurde. Im gut besuchten Veranstaltungsraum hätte man eine Stecknadel fallen hören, als der Referent anhand der Vereins-Satzung das Wirken der Sozietät in damaliger Zeit veranschaulichte. Unter den Mitgliedern dieser Vereinigung fanden sich auch aktive Unterstützer der Bürgerlichen Revolution 1848, in deren Folge sich die Arbeiterbewegung weiterentwickelte.
Die anschließende Diskussion verdeutlichte den Gemeinsinn der Rostocker Bürger bei der Finanzierung des 1858 eröffneten Gesellschaftshauses der Sozietät in der heutigen August-Bebel-Straße. Es war der Ausgangspunkt einer langen Tradition. Das zeigte sich beim Bau des 1895 eingeweihten Stadttheaters, der durch Spenden der Bürger ermöglicht wurde. Mit Spenden der organisierten Arbeiterschaft entstanden das Volkshaus und das Arbeiterstadion. Auch der spätere Bau des Ostseestadions, der Langen Straße oder des Überseehafens wurde vom Gemeinsinn der Rostocker getragen. Die Bürgerinitiative ,,Volkshaus Rostock" knüpft an dieser Traditionslinie an, um das mit der Arbeiterbewegung verbundene historische Gebäude im Patriotischen Weg 33, dem heutigen VTR, zu erhalten.
Am Mittwoch, dem 15. April, öffnete der AWO Club Südstadt seine Türen zur Vortragsveranstaltung über die Kibbuz-Bewegung zu Beginn des 20. Jahrhunderts.
Über diese Möglichkeit einer neuen Lebensweise sprach die Leiterin des Max-Samuel-Hauses, Frau Steffi Katschke. Sie setzte die von der Initiative ,,Volkshaus Rostock" organisierte Vortragsreihe fort, die unter dem Thema „Zeugnisse der Arbeiterbewegung und ihrer Kultur in Rostock" von der Geschichtswerkstatt Rostock e.V., der Arbeitsgemeinschaft Arbeit und Leben und der Rosa-Luxemburg-Stiftung M-V unterstützt wird.
Ausgehend von den Gründen für die Entwicklung der Kibbuz-ldee, die in Verbindung mit der jüdischen Jugendbewegung, sozialistischen Vorstellungen und Verfolgungserfahrung entstand, schilderte Frau Katschke anhand des Lebensweges des Rostocker Alfred Zuckermann den Alltag im Kibbuz, in dem Landwirtschaft auf der Grundlage von Gemeinschaftseigentum, Basisdemokratie und Gleichberechtigung der Mitglieder betrieben wurde. Im Dialog mit den Veranstaltungsteilnehmern wurde auch die in den letzten Jahrzehnten erfolgte weitgehende Anpassung an kapitalistische Strukturen deutlich. Mit Joseph Herzfeld und Julius Asch wurde in der Aussprache zugleich an zwei Persönlichkeiten erinnert, die, aus jüdischen Familien stammend, zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Rostock und Mecklenburg die Arbeiterbewegung unterstützten und für die Verbesserung der Lebensverhältnisse eintraten.
Am 20. Mai fand im Rostocker AWO Club Südstadt eine Vortrags- und Diskussionsveranstaltung zu ,,Rostocker Kleingärten - von den Anfängen bis 1933" statt. Im Rahmen der Vortragsreihe ,,Zeugnisse der Arbeiterbewegung und ihrer Kultur in Rostock" der Initiative ,,Volkshaus Rostock" erläuterte Michael Kretschmar vom Verband ,,Gartenfreunde e.V.", wie sich in Rostock die Kleingartenbewegung aus den Armengärten des 19. Jahrhunderts entwickelte und wichtige soziale Funktionen erfüllte. Anhand historischer Dokumente, unter anderem der Verbandszeitung „Der Kleingärtner" erhielt das Auditorium ein lebendiges Bild der Entwicklung, wobei auch die Bezüge zur Gegenwart nicht fehlten. Folgerichtig wurde in der anschließenden Diskussion auch die Geschichte der Kleingärten in den letzten Jahrzehnten gestreift, womit zugleich die aktuelle Bedeutung der Kleingärtner für die Pflege des Gemeinsinns verdeutlicht wurde.
Allen Rostockerinnen und Rostockern wird eine besondere Veranstaltung am 17.06.2026 um 17.30 Uhr im AWO-Club Südstadt, Südring 28 b, empfohlen,2 Jahre Initiative „Volkshaus Rostock“ - eine Bilanz". Dabei werden auch die Ideen für das künftige Nutzungskonzept des heutigen Volkstheaters Rostock erfragt und gesammelt.
Am 01.07. 2026 wird im AWO Club Südstadt Dr. Christoph Schmitt zur „Arbeiterliedforschung aus volkskundlicher Sicht" sprechen.
Für die Initiative » Volkshaus Rostock"

Klaus Röber
    
Bürger-Euro für Bürgerbauten“ – ein Motto für unsere Zeit
                                                                                                                                                                        
Am 18. Februar wurde die Vortragsreihe ,,Zeugnisse der Arbeiterbewegung und ihrer Kultur in Rostock" mit Dr. Eckart Schörle als Referenten fortgesetzt. Sein Vortrag
lautete ,,Hus Uhlenflucht - Wanderquartier der Rostocker Naturfreunde 1921 -1933". Im vollbesetzten Veranstaltungsraum des AWO-Clubs Südstadt eröffnete sich der Blick auf ein Kapitel der Geschichte, das
1933 durch die Nazi-Herrschaft gewaltsam beendet wurde und Über das im wahrsten Sinne des Wortes Gras zu wachsen droht. Der Vortrag veranschaulichte die Leidenschaft und Hingabe, mit der die Naturfreunde nach ihrer Tagesarbeit und an den kurzen Wochenenden solidarisch für die Gemeinschaft wirkten. Auch bei der Errichtung des Wanderquartiers galt das Motto „Arbeitergroschen für Arbeiterbauten". Erinnert wurde dabei an den damaligen Leiter der Naturfreunde in Mecklenburg, Hans Bernitt. Zur Freude der Versammelten nahm an der Veranstaltung sein Enkel Norbert Bernitt teil. Er hatte Text und Notenmaterial eines Liedes bereitgestellt, das den Erbauern von Plus Uhlenflucht gewidmet war. Die dadurch ermöglichte und die Anwesenden überraschende Interpretation des Liedes wurde mit freundlichem Beifall quittiert.
ln der Aussprache stellte sich die Frage, was wir aus den übermittelten Erfahrungen für ein gemeinschaftliches Engagement in der Gegenwart übernehmen können. Kann eine Schlussfolgerung das Motto ,,Bürger-Euro für Bürgerbauten" sein? Zur Vertiefung dieses Gedankens eignet sich der nächste Vortrag in dieser Reihe mit dem Dipl. Museologen Ronald Piechulek über die bürgerliche Rostocker Gesellschaft ,,Societät" im 18. und 19. Jahrhundert, am 18. März, 17.30 Uhr im AWO Club Südstadt.
 
Für die Initiative ,,Volkshaus Rostock"
Klaus Röber

Nächster Vortrag
Mit Dr. Eckard Schörle im AWO-Club
Rostock/rb. Am 2l.Januar wurde im AWO-Club Südstadt eine Vortragsreihe zur Geschichte von Arbeitern, Handwerksgesellen und einfachen Angestellten Rostocks eröffnet. Die von der Initiative „Volkshaus Rostock« organisierte Reihe läuft m Kooperation mit der Geschichtswerkstatt Rostock e.V., der Arbeitsgemeinschaft Arbeit und Leben (DGB/VHS), der Rosa-Luxemburg-Stiftung MV und weiterer Organisationen bis Juli. In der Auftaktveranstaltung referierte Dr. Ingo Sens zum Thema „Gewerkschaftshaus Philharmonie“.
Im Vortrag wurde längst Vergessenes in Erinnerung gerufen. Im größten und schönsten Saal Mecklenburg, der 1.200 Personen Platz bot, fanden Antikriegs-Kundgebungen und Wahlveranstaltungen statt, aber auch Stiftungsfeste der Arbeiterkulturvereine und klassische Konzerte. Der Kauf des Hauses und seine Unterhaltung war nur durch die bemerkenswerte Spendenbereitschaft der organisierten Arbeiterschaft und Sympathisanten möglich.
In der anschließenden Aussprache beantwortete Dr. Sens Fragen der Besucher. Einer der Teilnehmer sprach sich leidenschaftlich dafür aus, dass wir uns an der Selbstlosigkeit unserer Vorfahren ein Beispiel nehmen und den Spruch „Arbeitergroschen für Arbeiterbauten“ in „Bürger- Euro für Bürgerbauten“ umwandeln und danach handeln sollen. Eine nächste Gelegenheit, darüber zu sprechen, gibt es am 18. Februar, wenn Dr. Eckard Schörle darüber spricht, wie Rostocker Naturfreunde das Wanderquartier „Hus Uhlenflucht“ erbaut haben. Auch diese Vortragsveranstaltung findet im AWO-Club Südstadt (Berghotel), Südring 28b, 17.30 Uhr statt.
Volkshaus Rostock
Klaus Röber
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