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Volkshaus-Rostock - Initiative für Erhalt & Wiederbelebung

Volkshaus Rostock
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Volkshaus Rostock: Bürgerinitiative für den Erhalt des historischen Volkshauses am Patriotischen Weg 33
Warum das Volkshaus Rostock wichtig ist?
Das Volkshaus am Patriotischen Weg 33 ist ein zentraler Ort der Rostocker Stadt- und Arbeitergeschichte. Von 1913 bis 1933 war es als Philharmonie und später als Volkshaus ein bedeutendes kulturelles, politischen und gesellschaftliches Zentrum der Rostocker Arbeiterbewegung. Die Initiative "Volkshaus Rostock" setzt sich dafür ein, diesen historischen Ort zu bewahren und als lebendigen Kultur- und Begegnungsraum wiederzubeleben.

                        
Bild 1: Patriotischer Weg 33  in Jahr 2026                            Bild 2: Volkstheater Rostock im Bau                Bild 3: Museum/Sozietät
(heute Volkstheater und von 1913 bis 1933 Volkshaus Rostock)                                   (Die Fertigstellung 2028 geplant)                                    (ab Januar 2026 gesperrt)

Kurze Vorstellung der Initiative

 
Die Initiative „Volkshaus Rostock“ ist ein Zusammenschluss engagierter Bürgerinnen und Bürger, die sich für den Erhalt und die Wiederbelebung des historischen Volkshauses im Patriotischen Weg 33 einsetzen. Das Gebäude – ursprünglich „Philharmonie“, später Volkshaus – war von 1913 bis 1933 ein zentrales kulturelles und politisches Forum der Rostocker Arbeiterbewegung.
 
Entstanden ist die Initiative als Reaktion auf den Beschluss der Rostocker Bürgerschaft vom 6. Dezember 2023, das Grundstück des heutigen Volkstheaters im Jahr 2028 an einen privaten Investor zu veräußern. Damit droht der unwiederbringliche Verlust eines bedeutenden Ortes der Arbeiterkultur.
 
Ziele der Initiative:
  • Erhalt des historischen Volkshauses, das einst durch die organisierte  Arbeiterschaft finanziert wurde – ein Symbol für „Arbeitergroschen für Arbeiterbauten“.
  • Entwicklung eines offenen Begegnungszentrums für Kultur, Bildung, Diskussion und städtisches Miteinander.
  • Bewahrung und Vermittlung der Arbeiterkultur und ihrer Geschichte in Rostock.
 
Kernbotschaften:
  • Erhalt des Volkshauses
  • Ort der Arbeiterkultur
  • Zukunft als Begegnungszentrum
Denkmalschutz für Teile des Volkstheaters
Das Landesamt für Kultur und Denkmalpflege Mecklenburg-Vorpommern hat den Denkmalwert wesentlicher Teile des Volkstheaters Rostock festgestellt und angekündigt, diese Bereiche in die Denkmalliste einzutragen.
Geschützt werden sollen demnach:
  • der Theatervorplatz zwischen Doberaner Straße und Windmühlenstraße,
  • das Foyer,
  • Sowie der Gebäudeteil rund um die Probebühne.

Die Gebäude am Patriotischen Weg 33 stehen nicht unter Denkmalschutz und könnten weiterhin abgerissen werden.
Damit ist klar: Die bisherige Planung - Verkauf des Grundstücks Doberaner Straße / Windmühlenstraße / Patriotischer Weg, Abriss und anschließender Wohnungsneubau - kann micht ohne Weiteres umgesetzt werden.

Die Initiative "Volkshaus Rostock" begrüßt, dass der historische Wert dieses Theaterbereiche nun offiziell anerkannt wird.
Gleichzeitig ist uns bewusst, dass der Denkmalschutz für die Stadt neue Herausforderungen mit sich bringt-insbesondere finanziell.

Deshalb setzen wir uns für Lösungen ein, die Stadt, Land und Bürgerschaft gemeinsam tragen können.
Unser Ziel ist es, die historischen Gebäude nicht als Museum, sondern als lebendige Orte politischer, kultureller und sozialer Bildung zu erhalten.

Gemeinsam mit Verbänden, Fachleuten sowie Bürgerinnen und Bürgern  entwickeln wir derzeit Konzepte für Kultur- und Nachbarschaftszentrum, dass die Geschichte des Ortes bewahrt und zugleich neue Impulse für das Quartier setzt.

Wir werden die Öffentlichkeit weiterhin transpatent informieren und laden alle Interessierten ein, diesen Prozess aktiv zu begleiten.

                                                             

                                  
Anregungen zum Umgang mit dem Denkmalschutz
von Teilen des Volkstheaters
  
Sachverhalt
  
Zur Finanzierung des Theaterneubaus am Bussebart war unter anderem der Verkauf der bisherigen Liegenschaft im Patriotischen Weg vorgesehen – verbunden mit der Perspektive eines Abrisses und anschließenden Wohnungsneubaus.
Das Landesamt für Kultur und Denkmalpflege hat den Denkmalwert festgestellt und beabsichtigt, Teile des Volkstheaters in die Denkmalliste aufzunehmen. Dadurch entsteht für die Stadt die Notwendigkeit, alternative Lösungen zu prüfen.
Die Stadtverwaltung ist gewillt, den Denkmalstatus zurückzuweisen, insbesondere aus finanziellen Gründen.
  
Anregungen

1.    Der Denkmalwert für Teile des VTR soll anerkannt, aber zugleich erklärt werden, diesen aus finanziellen Gründen nicht gewährleisten zu können.
2.    Das Land soll aufgefordert werden, sowohl das Gebäude des VTR als auch die Societät zu Landeskulturerbe zu erklären.
3.   Während in Schwerin das feudale Erbe des Landes und der Großherzöge gepflegt wird, soll in Rostock das bürgerliche Erbe* in den Vordergrund gestellt werden.
4.    Die beim LAKD einzureichende Stellungnahme soll in einer Einwohnerversammlung vorgestellt, diskutiert und ggf. ergänzt werden.
5.    Eine Stiftung zur Förderung von Kultur und Theater (gegründet 2014, aufgelöst 2022) soll wiederbelebt werden, um Bürgern und Unternehmen in guter Tradition Gelegenheit zu geben, sich an der Finanzierung
      kultureller Bauten zu beteiligen.
 
* Persönlichkeiten der Revolution von 1848: Ernst Brockelmann, Johann Bernhard Mann, Julius Wiggers, Friedrich Witte u. a. | Persönlichkeiten des sozialen Aufbruchs von 1875: Martin Erdbeer, Franz Starosson,
 Julius Asch, Robert Nespital - jeweils als Beispiele des opferbereiten Einsatzes für Freiheit, Demokratie und soziale Gerechtigkeit | VTR und Societät sollten keine Museen, sondern Orte der politischen und
 kulturellen Bildung werden
 
Für die Immobilie Patriotischer Weg entwickelt unsere Initiative derzeit im Dialog mit Verbänden und Bürgern das Konzept „Volkshaus Julius Asch. Das Wohn- und Innovationshaus“. Ähnliches könnte für die Societät entstehen.
 
i. A. Norbert Petrowski
Initiative Volkshaus Rostock

Rede – Einwohnersprechstunde zur Bürgerschaftssitzung am 01.07.2026
 
Sehr geehrter Herr Bürgerschaftspräsident, sehr geehrte Damen und Herren der Bürgerschaft,
ich spreche heute für die Initiative Volkshaus Rostock.

Seit zwei Jahren setzen wir uns dafür ein, dass das historische Ensemble des Volkstheaters – insbesondere die Societät und das Gebäude Patriotischer Weg 33 – als Orte demokratischer Kultur und sozialer Teilhabe erhalten bleiben.
Im Oktober 2025 hat das Landesamt für Kultur und Denkmalpflege Teile des Ensembles des Volkstheaters Rostock unter Denkmalschutz gestellt. Das ist fachlich richtig, historisch notwendig – und eine Chance für Rostock. Gleichzeitig hat die Stadt erklärt, dass sie die finanziellen Lasten des Denkmalschutzes allein nicht tragen kann. Wir nehmen diese Aussage ernst. Und wir schlagen einen Weg vor, der finanzielle Verantwortung, historische Verantwortung und demokratische Verantwortung miteinander verbindet.

Erstens.
Die Stadt muss in ihrer Stellungnahme an das Land den Denkmalschutz ausdrücklich begrüßen – und keine ablehnende Stellungnahme abgeben. Zugleich sollte sie das Land bitten, das Volkstheater-Gebäude und die Societät als Landeskulturerbe von besonderer landesweiter Bedeutung einzustufen.

Warum?
 
Weil Rostock das bürgerliche und demokratische Erbe Mecklenburg-Vorpommerns repräsentiert: die Revolution von 1848 mit Ernst Brockelmann, er war einer der wichtigsten mecklenburgischen Unterstützer der demokratischen Emigration von 1848/49 – und den sozialen Aufbruch von 1875 mit Julius Asch, er war der bedeutendste Gewerkschafter Mecklenburgs vor 1933. Diese Menschen haben für Freiheit, Demokratie und soziale Gerechtigkeit gekämpft. Ihr Erbe gehört nicht in Archive, sondern in die Mitte der Stadtgesellschaft.
 
Zweitens.
Wir brauchen jetzt eine öffentliche Einwohnerversammlung – vor der Sommerpause. Denn die Stellungnahme der Stadt an das Landesamt wird voraussichtlich vor einem Beschluss der Bürgerschaft nach der Sommerpause versandt. Deshalb bitten wir Sie heute um eine klare politische Entscheidung: Die Bürgerschaft soll die Verwaltung beauftragen, unverzüglich eine Einwohnerversammlung durchzuführen, in der die geplante Stellungnahme vorgestellt und gemeinsam weiterentwickelt wird. Denkmalschutz ist nicht nur Verwaltungshandeln – er ist eine Frage demokratischer, sozialer und kultureller Teilhabe.

Drittens.
Wir regen an, die Stiftung zur Förderung von Kultur und Theater zu reaktivieren. Rostock hat eine lange Tradition bürgerschaftlicher Beteiligung. Viele Bürgerinnen, Bürger und Unternehmen wären bereit, Verantwortung zu übernehmen – wenn die Stadt ihnen dafür ein Instrument an die Hand gibt. Unser Ziel ist kein Museum. Unser Ziel ist ein lebendiges Volkshaus: ein Ort politischer und kultureller Bildung, ein Haus für die Nachbarschaft, für Vereine, für Demokratiearbeit – und ein Ort, der die Geschichte dieses Platzes bewahrt. Wir arbeiten bereits an einem Konzept für ein „Volkshaus Julius Asch – Wohn- und Innovationshaus“. Ähnliches kann für die Societät entstehen.
 
Sehr geehrter Herr Bürgerschaftspräsident, sehr geehrte Damen und Herren der Bürgerschaft, wir bitten Sie heute um einen dringenden politischen Auftrag an die Verwaltung:

Keine ablehnende Stellungnahme an das Landesamt – und die sofortige Durchführung einer Einwohnerversammlung. Wir bitten Sie nicht um Nostalgie, sondern um Verantwortung.
Das Volkstheater-Ensemble ist ein Stück demokratischer Stadtgeschichte – und Zukunft. Rostock hat die Chance, sein demokratisches Erbe sichtbar zu machen – und es für kommende Generationen zu bewahren.

Vielen Dank.

Reaktion auf die Berichterstattung der NNN vom 03.07.2026
 
Die Norddeutschen Neuesten Nachrichten berichten am 3. Juli 2026 über die unklare Zukunft des alten Volkstheaters und über die Position der Initiative Volkshaus Rostock. Der Artikel macht deutlich, dass die Stadtverwaltung derzeit den vom Landesamt für Kultur und Denkmalpflege (LAKD) festgestellten Denkmalwert prüft und eine Stellungnahme vorbereitet. Ein Abriss der betroffenen Gebäudeteile ist nach der Feststellung des Denkmalwerts nicht mehr möglich.
 
Die Initiative Volkshaus Rostock hat in der Bürgerschaftssitzung am 1. Juli ihre Vorschläge vorgestellt und betont, dass die Entscheidung über die Zukunft des Ensembles nicht allein innerhalb der Verwaltung getroffen werden darf. Wir haben die Bürgerschaft gebeten, die Verwaltung zu beauftragen, noch vor der Sommerpause eine Einwohnerversammlung durchzuführen, in der die geplante Stellungnahme der Stadt öffentlich vorgestellt und gemeinsam weiterentwickelt wird.
 
Die NNN weist darauf hin, dass die Stadtverwaltung erhebliche finanzielle Belastungen befürchtet, sollte das Ensemble in die Denkmalliste aufgenommen werden. Die Oberbürgermeisterin betont zudem den schlechten baulichen Zustand des Gebäudes und die hohen Kosten, die eine brandschutzgerechte und barrierefreie Sanierung mit sich bringen würden. Gleichzeitig erklärt sie, dass die Stellungnahme der Stadt nicht allein auf finanziellen Erwägungen beruhen werde, sondern auf einer eigenen Bewertung des Denkmalwerts und der historischen Bedeutung des Gebäudes.
 
Die Oberbürgermeisterin spricht sich gegen eine Einwohnerversammlung aus und hält die zu prüfende Aspekte für „zu komplex“, um sie öffentlich zu diskutieren. Stattdessen soll die Stellungnahme der Stadt später lediglich als Informationsvorlage bereitgestellt werden.
 
Die Initiative Volkshaus Rostock sieht das anders: Gerade, weil die Fragen komplex sind, müssen sie öffentlich diskutiert werden. Denkmalschutz ist kein rein technischer Vorgang, sondern eine demokratische Aufgabe, die die Stadtgesellschaft betrifft.
 
Aus diesem Grund haben wir — wie in der Sitzung angekündigt — neben dem Beschlussentwurf auch die überarbeitete Fassung unserer „Anregungen zum Umgang mit dem Denkmalschutz von Teilen des Volkstheaters“ an den Bürgerschaftspräsidenten übergeben. Beide Dokumente sind an die aktuelle Lage und an die Debatte angepasst und sollen sicherstellen, dass die Bürgerschaft die notwendigen politischen Entscheidungen trifft, bevor die Verwaltung Fakten schafft.
 
Unser Ziel bleibt klar: Transparenz, öffentliche Beteiligung und ein verantwortungsvoller Umgang mit Rostocks demokratischem Erbe.
 
 
 


Kontakt zur Initiative „Volkshaus Rostock“
 
Sie haben Fragen, Hinweise oder möchten die Initiative unterstützen?
Wir freuen uns über jede Nachricht aus der Stadtgesellschaft. Nutzen Sie das Formular,
um uns Ihr Anliegen mitzuteilen. Ihre Mitteilung wird direkt per E‑Mail an die Initiativ‑Gruppe
weitergeleitet. Wir melden uns so schnell wie möglich zurück.
 
Vielen Dank für Ihr Engagement für das Volkshaus Rostock.



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